Glückspilz

Ach Evi, die ist immer wieder so bekloppt. Jetzt hat sie sich in den Kopf gesetzt für ein Jahr nach Australien zu gehen. Ich habe ein bisschen Angst, dass sie gar nicht mehr wiederkommt. Könnte ich mir bei ihr gut vorstellen. Zum Glück will sie erst in ein paar Monaten dorthin. Bis dahin weiß man ja auch nicht, was passiert. Vielleicht lernt sie ja jemanden kennen und überlegt sich die Sache nochmal anders. Möglich wäre es ja bei ihr. Aber ich denke auch wenn sie jemanden kennenlernen würde, wäre das ja in ein paar Monaten wieder erledigt. Ich will gar nicht schlecht über sie reden, ich möchte nur, dass sie hier bleibt.

Aber bei Evi kann ich mir sehr gut vorstellen, dass sie eh nicht in Zwickau bleibt. Sie redet immer von Hamburg, Berlin und Köln. Über kurz oder lang werde ich sie wohl weggeben müssen. Vor einem Jahr waren wir fast schon soweit, dass wir uns hätten verabschieden müssen. Evi hat ein Jobangebot in Hamburg bekommen und auch schon nach einem Umzugsunternehmen in den Kleinanzeigen Zwickau gesucht. Doch dann hat sie sich doch wieder umentschieden und ist geblieben. Sie meinte, sie hätte kein gutes Gefühl bei der Sache gehabt.

Das ist auch so eine Sache, sie entscheidet nach Gefühl. Das könnte ich nie. Ich meine, klar, bei kleinen Entscheidungen kann ich das gut verstehen, aber bei so Sachen wie nach Hamburg ziehen oder in Zwickau bleiben? Echt bewundernswert! Ich hoffe nur, dass das nicht irgendwann in die Hose geht und sie total aufgelöst dasteht. Aber bislang ist ja alles glattgelaufen. Sie hat studiert, jetzt hat sie einen tollen Job, die Männer stehen auf sie und sie muss sich tatsächlich um fast gar nichts Gedanken machen. Ich glaube sie ist einfach ein Glückspilz.

26.7.11 10:22, kommentieren

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Meine Freundin Evi

Ich habe mich gestern mit meiner Freundin Evi getroffen. Immer, wenn ich sie sehe, wird mir bewusst was für ein unterschiedliches Leben wir führen. Sie ist die totale Partymaus und ich habe zwei Kinder, einen Mann, Haus, Garten... Ich mag Evi furchtbar gerne, aber manchmal komme ich mir neben ihr schon ein bisschen alt vor. Außerdem versteht sie mich glaube ich oftmals gar nicht, wenn ich von meinen Sorgen und Nöten erzähle. Bei ihr ist immer irgendetwas los.

Sie ist solo und lernt immer wieder jemanden kennen. Ich finde ihr Leben echt aufregend, aber manchmal kann ich sie auch nicht wirklich ernst nehmen. Alle paar Wochen erzählt sie von einem neuen Typen und wenn es mit ihm nicht klappt, dann ist sie zu Tode betrübt. Ich tröste sie dann und wir beratschlagen, was sie tun könnte. Eine oder zwei Wochen später kommt sie dann mit einem neuen Namen an und es fängt alles von vorne an. Ist doch irgendwie verständlich, dass ich sie nicht so ganz ernst nehmen kann, oder? Ich habe oftmals ein total schlechtes Gewissen deswegen.

Aber ist ja klar, was soll sie wochenlang trauern? Sie geht dann wieder auf eine Party und lernt jemanden kennen. Wie aufregend. Ich will ja nicht mit ihr tauschen, aber manchmal vielleicht doch für einen Abend. Nicht falsch verstehen, ich liebe meinen Mann und ich könnte ihn auch nie betrügen, ich hätte nur gerne ab und zu einen schönen Abend mit Party und tanzen und so weiter. Andere Männer können mir gestohlen bleiben. Ich habe meine große Liebe gefunden und ohne sie könnte ich auch gar nicht mehr, denn mein Mann ist verständnisvoll und mir die liebste Person auf Erden.


1 Kommentar 15.7.11 10:19, kommentieren

Freizeit

Nun, die Kinder sind im Kindergarten und ich habe endlich ein bisschen Zeit für mich. Seitdem die Kleinen da sind, habe ich eine eher eingeschränkte Freiheit oder besser gesagt, ich kenne das Gefühl von Freiheit eigentlich gar nicht mehr. Ich will ja nicht jammern und meckern. Ich wollte schon immer Kinder und ich würde sie auch nie wieder missen wollen, aber ich hätte auch gerne ab und an ein bisschen mehr Zeit für mich. Ich weiß gar nicht mehr wann ich hierfür hätte Zeit haben können. Ich glaube vor der Geburt meiner Kinder.

Heute ist der Ausnahmetag schlechthin oder besser gesagt, der erste Ausnahmetag. Heute ist nämlich der erste Tag, an dem die Zwillinge einen ganzen Vormittag in der Kita bleiben. In den letzten Wochen habe ich sie hingebracht und nach einer oder zwei Stunden wieder abgeholt. Sie mussten sich erst einmal an den Kindergarten gewöhnen. Und bei einer Stunde kann man wahrlich nicht wirklich etwas machen.

Ich bin meistens in der Zwischenzeit einkaufen gegangen, weil das ohne die Zwillinge einfach schneller geht. Mit ihnen zusammen brauche ich Stunden, um an die Kasse zu kommen und wenn ich dann da bin schreien beide Mädchen los, weil sie die Süssigkeiten sehen und mindestens zehn Sachen gleichzeitig haben wollen. Dann wird getobt und geschrien. Und ich steh da und kann schauen wie ich sie wieder beruhige, ohne alles einkaufen zu müssen.

Doch wie gesagt, heute ist der erste Vormittag, den ich ganz allein für mich habe. Ich war schon einkaufen, habe die Wäsche gewaschen und das Essen vorbereitet. Ein Wunder, dass ich noch Zeit für mich finde. In einer Stunde muss ich die Mädels abholen und da dachte ich mir, so ein Blog wäre das Richtige für mich. Ich kann mich ausquatschen und danach geht es mir wieder besser.

7.7.11 10:15, kommentieren


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